Drei Wege zu deinem Ritual: Nimm eines, das wir zusammengestellt haben, geh von einem Moment aus oder bau dein eigenes aus einzelnen Teilen.
Write It OutFür die Gedanken, die auf Papier lauter sind.
Your Sign, LitLass sie brennen. Finde dein Zeichen.
Two FlamesZwei Lichter auf einem Tisch, sonst nichts.
Quiet HourFür die Stunde, in der niemand etwas von dir braucht.
First KeyEin Stein fürs Fensterbrett, eine Glocke für die neue Tür.
Evening of CardsKarten auf Holz, eine Kerze daneben und Fragen, die dir gehören.
10 min · Anleitung
Ein Abend mit deinen ersten Tarotkarten.
Das erste Deck ist ein Abend mit deinen ersten Tarotkarten. Du breitest ein Tuch mit dem Lebensbaum aus, zündest zwei Vanille-Teelichter und ein wenig Räucherwerk an, mischst und ziehst eine Karte. Du schaust dir das Bild an, bevor du ein Wort darüber liest, und schreibst die Karte und einen Satz auf einen Zettel. Tarot ist hier ein Spiegel zum Nachdenken, keine Maschine für die Zukunft.
Tarot begann nicht in einem Tempel, sondern als Kartenspiel. An den Höfen Norditaliens malten Künstler im 15. Jahrhundert prachtvolle Decks mit einer zusätzlichen Reihe von Bildkarten, den trionfi, Triumphe, später tarocchi. Einige der ältesten erhaltenen Karten entstanden für die Familien Visconti und Sforza in Mailand. In Frankreich und Österreich wird Tarock bis heute als Kartenspiel gespielt.
Die Idee, in den Karten Bedeutung zu lesen, ist viel jünger. 1781 schrieb der französische Gelehrte Antoine Court de Gébelin, im Tarot stecke das verborgene Wissen des alten Ägypten. Belege gab es keine, aber die Idee setzte sich fest. Wenige Jahre später brachte ein Pariser Kartenleger, der sich Etteilla nannte, ein Deck heraus, das zum Deuten gemacht war. 1909 zeichnete die Künstlerin Pamela Colman Smith in London ein Deck für den Schriftsteller Arthur Edward Waite, mit einem Bild auf jeder Karte. Dieses Deck, oft Rider-Waite-Smith genannt, prägt bis heute die meisten Decks. Ein klassisches Tarot hat 78 Karten: 22 Bildkarten, die großen Arkana, und 56 in vier Farben.
Unter Legerinnen heißt es, das erste Deck soll man geschenkt bekommen, nie selbst kaufen. Wie alt der Spruch ist, weiß niemand, und eine Regel ist er nicht. Wir mögen ihn, weil er aus einem Deck ein Geschenk zwischen zwei Menschen macht.
Karten liest man bei wenig Licht, aus einem einfachen Grund: Eine kleine Flamme macht den Raum so klein wie den Tisch. Alles außerhalb des Lichtkreises tritt zurück, und das Bild vor dir bekommt deine ganze Aufmerksamkeit. Die Teelichter anzuzünden ist dein Zeichen, dass der Abend beginnt.
Dieses Ritual hat zwei kleine Flammen statt einer. Die Vanille-Teelichter von Ancient Wisdom stehen in zwei Wende-Kerzenhaltern in Mitternachtsgrau: Pressglas, das so herum eine Stabkerze hält und umgedreht ein Teelicht. Zwei Lichter, eines an jeder Seite des Tuchs, geben ein gleichmäßiges Licht, und kein Schatten fällt auf die Karte. Grau ist die Farbe zwischen Schwarz und Weiß, die Farbe der Dämmerung. Sie passt zu einem Abend, an dem du mit Fragen sitzt, nicht mit Antworten.
Vanille ist der Duft der Teelichter: weich, warm, ein bisschen wie eine Küche, in der gerade gebacken wird. Die Vanille-Orchidee stammt aus Mexiko. Die Totonaken an der Golfküste bauten sie an, die Azteken würzten damit Schokolade, und erst im 19. Jahrhundert lernte man, sie außerhalb Mexikos von Hand zu bestäuben. Viele empfinden Vanille als vertraut und tröstlich. Darum haben wir sie für ein erstes Deck gewählt: Die Karten dürfen neu sein, der Raum nicht.
Das Räucherwerk von Ancient Witch ist nach dem alten Reinigungsritual benannt. Es besteht aus Bambus, Kokosschalenpulver und Benzoe, einem Harz von Styraxbäumen, das warm und süß riecht, ganz nah an Vanille. Der Name erzählt von einem Brauch, nicht davon, was der Rauch tut. Wir haben es gewählt, weil ein dünner Faden Rauch neben den Karten die älteste Art ist zu sagen: Jetzt ist Ritual.
Das Moon-Face-Tarot hat ein Mondgesicht und blaue Folie, die das Kerzenlicht einfängt, dazu ein Begleitheft für den Anfang. Das Heft ist für danach da, wenn du schon geschaut hast.
Tarot-Deck mit blauer Folie · Mondgesicht
Das Legetuch mit Lebensbaum, 75 × 75 cm, gibt den Karten einen Platz. Der Lebensbaum ist ein altes Bild aus Wurzeln, Stamm und Krone, das man aus vielen Kulturen kennt, vom Weltenbaum der nordischen Sage bis zum Baum im Garten der Genesis. Auf einem Tuch bleiben die Karten sauber, und jeder Tisch wird zum Legetisch.
Das Räucherwerk von Ancient Witch kommt mit einem kleinen Bergkristall-Pendel in der Schachtel. Bergkristall ist klarer Quarz, die Griechen hielten ihn für Eis, das nie schmilzt. Das Pendel ist für einen anderen Abend und seine langsamen Ja-oder-Nein-Fragen.
Ancient Witch Spell Incense "Cleansing" mit Bergkristall-Pendel
Die Wende-Kerzenhalter in Mitternachtsgrau halten heute die Teelichter und an einem anderen Abend Stabkerzen.
Wende-Kerzenhalter, Mitternachtsgrau
Die Vanille-Teelichter, sechs Stück, reichen für drei Abende mit je zwei Lichtern.
Zusammen ergeben sie einen Legetisch: Tuch, zwei Lichter, ein Faden Rauch und ein Deck, das du anschaust, bevor du darüber liest.
Einen sanften Einstieg ins Tarot, ohne 78 Bedeutungen auf einmal lernen zu müssen. Eine Karte, ein Bild, ein Satz. Viele merken, dass die Karte ihnen einen neuen Blick auf etwas gibt, worüber sie sowieso schon nachdenken. Nach ein paar Wochen werden deine Zettel zu einem kleinen Tagebuch. Nichts davon sagt etwas voraus.
Deck, Tuch, Halter und Pendel bleiben bei dir. Teelichter und Räucherwerk gibt es zum Nachkaufen.
Wir wollten ein erstes Deck, das man verschenken kann, wie der alte Spruch es will, mit allem für den ersten Abend. Ein Deck mit Heft, weil man als Anfängerin irgendwo anfangen muss. Ein großes Tuch, weil Karten auf einem nackten Tisch nach Patience aussehen. Zwei kleine Lichter statt einer hohen Kerze, damit kein Schatten auf die Karte fällt. Alle Teile sind von Ancient Wisdom und ihrer Reihe Ancient Witch. Weggelassen haben wir alles, was Antworten verspricht.
Nein. Schau zuerst das Bild an. Das Heft hilft danach.
So nutzen wir es nicht. Eine Karte ist ein Bild zum Nachdenken.
Ja. Viele sagen, das erste Deck soll man geschenkt bekommen, nie selbst kaufen.
Etwa zwanzig Minuten für eine Karte, länger, wenn du magst.
Bevor du weiterliest
Und den Mondkalender für die nächsten zwölf Monate.